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Die Zukunftsfähigkeit des Hochschul- und Wissenschaftssystems sichern
Hochschulautonomie, Profilbildung und
Qualitätssicherung sind Leitthemen der aktuellen Diskussion
über die Zukunftsfähigkeit des deutschen Hochschul- und
Wissenschaftssystems. Für die langfristige Sicherung der
Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen spielen die
Nachwuchsförderung und die Gewinnung der besten wissenschaftlichen
Nachwuchskräfte eine strategisch entscheidende Rolle. Weltweit
konkurrieren Wissenschaftsorganisationen heute um das "Kapital der
Köpfe" – und dieser Wettbewerb um die Talente wird sich im
Zuge des demografischen Wandels noch gravierend verschärfen.
Gleichzeitig ist im laufenden Generationenwechsel rund die Hälfte
der Professuren neu zu besetzen.
Die Hochschulrektorenkonferenz und der Wissenschaftsrat haben
wiederholt die herausragende Bedeutung einer verbesserten
Nachwuchsförderung betont und die Schaffung international
wettbewerbsfähiger Rahmenbedingungen für den
wissenschaftlichen Nachwuchs angemahnt. Auf EU-Ebene haben die
Bildungsminister/innen die Bedeutung der Nachwuchsförderung
für die Zukunftsfähigkeit der europäischen
Wissenschaftssysteme im Rahmen des Bologna- und des Lissabon-Prozesses
nachdrücklich hervorgehoben. Ungenutzte Begabungsressourcen zu
erschließen und neue Konzepte für eine bessere Ausbildung
des wissenschaftlichen Nachwuchses zu entwickeln, sind zentrale
Herausforderungen für die Hochschulen in den kommenden Jahren.
Die Professionalisierung des Nachwuchses fördern
Im Zuge der umfassenden Reformprozesse verändert sich
gleichzeitig das Anforderungsprofil für Professuren. Gebraucht
werden nicht nur Persönlichkeiten, die herausragende
wissenschaftliche Leistungen erbringen. Erforderlich sind darüber
hinaus professionelle Führungs- und Managementfähigkeiten,
hochschul- und wissenschaftspolitisches Engagement und strategische
Kompetenzen, damit die Reformen erfolgreich gestaltet und umgesetzt
werden können. Notwendig ist daher eine Neuausrichtung der
Nachwuchsförderung, die neben einer exzellenten wissenschaftlichen
Fachausbildung die Professionalisierung des Nachwuchses für
Führungsaufgaben im Hochschulbetrieb verbessert.
Mit Blick auf eine künftige, systematische Personal- und
Führungskräfteentwicklung sind innovative Konzepte zu
erarbeiten, die den Know-how-Transfer und die Vernetzung innerhalb der
Scientific Community intensivieren, die erforderlichen
Führungskompetenzen beim Nachwuchs gezielt entwickeln und den
Dialog zwischen dem Wissenschaftssystem und den anderen
gesellschaftlichen Bereichen unterstützen. Neben bewährten
Qualifizierungsformen wie Seminare und Trainings sollten dabei neue
Instrumente wie Mentoring und ein strategisch ausgerichtetes Networking
eingesetzt werden, um begabte Nachwuchskräfte bestmöglich zu
fördern.
Ungenutzte Leistungspotenziale von Frauen
Bei den vorhandenen Nachwuchstalenten konnten die
Hochschulen die Begabungen und Qualifikationen von Frauen bislang kaum
erschließen. Obwohl mittlerweile mehr als die Hälfte der
Abiturienten und fast die Hälfte aller Hochschulabsolventen
weiblich sind, sinkt der Anteil der Frauen auf den anschließenden
akademischen Qualifikationsstufen rapide ab. Nur 36,4% der Promotionen
und 21,6% der Habilitationen wurden in 2002 von Frauen abgeschlossen.
Im selben Jahr waren nur knapp 12% aller Hochschul-Professuren und
gerade einmal 8% der C4-Professuren mit einer Frau besetzt
(Statistisches Bundesamt, 2003). Hier gehen den Hochschulen
Leistungspotenziale in erheblichem Maße verloren, auf die sie
nicht verzichten können und wollen.
Barrieren für Karrieren von Frauen
In der Hochschulforschung wurden verschiedene Faktoren
identifiziert, die qualifizierten Frauen eine Karriere in der
Wissenschaft erschweren.
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Tradierte
Rollenerwartungen und männlich geprägte Leitbilder und
Fachkulturen bewirken, dass begabte Frauen seltener zu einer
akademischen Karriere motiviert werden als ihre männlichen
Kollegen.
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Nachwuchswissenschaftlerinnen
erhalten weniger persönliche Unterstützung bei ihrer
Karriereplanung und sind in geringerem Maße in relevante
Netzwerke integriert. Sie profitieren daher auch weniger vom
informellen Wissens- und Erfahrungstransfer in der Scientific Community.
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Frauen
konzentrieren sich stark auf ihre wissenschaftliche Qualifizierung und
entwickeln flankierende Karrierestrategien tendenziell in geringerem
Maße als ihre männlichen Kollegen.
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Darüber
hinaus machen die langen Karrierewege im akademischen
Qualifizierungssystem und die hohen Anforderungen an die
persönliche Mobilität und Verfügbarkeit es gerade
Wissenschaftlerinnen schwer, Beruf und Familie zu vereinbaren.
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Professorinnen für die Hochschulen von morgen gewinnen
Mit dem Programm "ProFiL. Professionalisierung für
Frauen in Forschung und Lehre: Mentoring – Training –
Networking" wollen die drei Träger-Universitäten diesen
Barrieren entgegenwirken und die Leistungspotenziale von
Wissenschaftlerinnen besser erschließen. Es wird ein neues
Konzept der Nachwuchsförderung erprobt, um die Teilnehmerinnen
gezielt auf künftige Führungs- und Managementaufgaben in der
Wissenschaft vorzubereiten. Das gemeinsame Programm soll dazu
beitragen, den Frauenanteil an den Professuren mittel- bis langfristig
zu erhöhen. Die Förderung des Professorinnen-Nachwuchses ist
für die drei großen Berliner Universitäten nicht nur
eine Frage der Gerechtigkeit, sondern ein Gebot hochschulpolitischer
Vernunft und ein wettbewerbsstrategischer Erfolgsfaktor.
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